powered byWinner Division
Werbung

// News

  • Jens Lintow zieht Bilanz. (Foto: Jens Lintow/Facebook)
16.07.2019 // Tobias Gerold

// JENS LINTOW: „DIE ZEITEN HABEN SICH GEÄNDERT“

Exklusives Interview mit dem Ingolstädter Promoter

Die erste Kids/Newcomer Fight Night im Westpark Plaza in Ingolstadt ist Geschichte. Für Veranstalter Jens Lintow eine Premiere, denn bisher organisierte er nur Pro-Veranstaltungen und wollte diesmal auch den Jüngsten eine Chance bieten, sich unter professionellen Bedingungen den Zuschauern zu zeigen. Zudem gab Lintow noch einen Ausblick auf das, was wir in diesem Jahr noch von ihm erwarten dürfen.

fight24: Jens, die erste Kids & Newcomer Plaza Veranstaltung ist Geschichte. Wie fällt dein persönliches Fazit aus?
Jens Lintow: Sehr gut. Die Eltern der Kids und die kleinen Sportler mussten nun nicht 7 Stunden in einer Halle sitzen und auf ihre Kämpfe warten, wie es ja bei den Turnieren der Verbände vorkommt; sie konnten sich fühlen wie die Großen und wussten genau, wann sie dran sind. Es waren spannende Kämpfe mit guten Gegnern.


Leider musste dein Schützling Jan Szajko wegen einer Verletzung, die er sich am Tag davor zugezogen hatte, passen. Wie schwer hat sich dieser Verlust auf die Veranstaltung ausgewirkt?
Ja, er hat sich im Abschlusstraining bei einer eigentlich lockeren Einheit den Nerv im Rücken eingeklemmt und konnte sich nicht mehr bewegen. Zu knapp um was zu machen, dass er kämpfen kann. Desweiteren steht am 13. August Hongkong vor der Tür. Dort bekommen wir richtig Geld. Die Flüge und allesdrum herum sind schon vom Veranstalter gebucht. Das hat natürlich auch eine Rolle gespielt. Aber um ehrlich zu sein: Auf die Veranstaltung hat es sich nicht weiter ausgewirkt. Viele wussten gar nichts von der Verletzung. Deswegen macht es mich traurig zu sehen, wie wenige sich in Ingolstadt zu echten Sportveranstaltungen bewegen. Es gibt hier gefühlte 30 Weltmeister, die wir nicht kennen, eigentlich niemand außerhalb von Ingolstadt. Diese kommen dann nicht zu den andern Veranstaltungen. Jan kämpfte in Tokyo vor 15.000 Zuschauern, in Berlin vor 1.500 und in Wien vor ca. 2.000 Zuschauern. Im August in Hongkong werden 6.000 Zuschauer erwartet. In Ingolstadt waren es 250 Zuschauer insgesamt - eigentlich ein Witz und ich denke das war Karma. Für die Kids war es schön und ich habe es gerne gemacht, aber für einen echten Weltmeisterschaftskampf sind das zu wenige. In Ingolstadt wird lieber Show gesehen; ist leider so, die Zeiten haben sich geändert.


Ich glaube, wirklich jeder hätte Verständnis dafür gehabt, wenn du die Veranstaltung abgesagt hättest. Das Gegenteil war der Fall. Warum hast du dich gegen eine Absage entschieden?
Den Kindern zuliebe. Sie waren alle vorbereitet, wollten zur Bayerischen Meisterschaft der WAKO fahren, um dort zu kämpfen. Leider wurde das K-1 Sparring dort nicht angeboten, nur normales Leichtkontakt-Kickboxen. Lange Hose, keine Low Kicks, keine Knie zum Bauch. Wie vor 15 Jahren halt, leider. Die WAKO ist im DOSB, aber leider kennt die Kämpfer nur die Verbandsgemeinde in Deutschland. Im europäischen Ausland sind sie fast alle unbekannt, weltweit sowieso. Alter Style, nichts Neues, man hat es einfach verschlafen.

Die andere Seite ist, die ISKA hat so viele Termine, die haben die Deutsche nicht mehr geschafft auszurichten. Die ISKA sanktioniert Bellator, Glory, K-1 - ein echter Global Player, da bleiben die Kleinsten manchmal auf der Strecke, unabsichtlich, aber die Kleinen können das nicht nachvollziehen. Erst im November ist die IDM. Zu lange, da die Kids dann ihre Motivation verlieren. Die wollen alle nach Japan wie Johannes und Jan und Weltmeister werden und trainieren hart dafür.


Man kann also sagen, die Kinder bzw. der Nachwuchs haben für dich einen besonderen Stellenwert?
Ohja. Wenn wir Deutschen international mithalten wollen, dann sind die Kids unsere Zukunft. Einer von meinen Wettkämpfern wird es wieder schaffen - ein langer Weg bis nach ganz oben. Klar ginge es auch leichter in den kleinen Verbänden, Weltmeister zu werden. In jedem Studio gibt es irgendeinen Weltmeister.
Aber die wenigen Studios, welche in Japan oder Hongkong vertreten sind, die wissen, wovon ich spreche. Kein kostenloses Kämpfen oder 10 Karten erhalten als Gage. Dort werden die Kämpfer wie Superstars behandelt, was sie auch verdienen. Jeden Tag im Studio und Ackern bis zum Umfallen - alles für den Sieg, für den Erfolg, für den Titel.


Der WM-Kampf mit Jan Szaijko ist ja im Prinzip nur verschoben worden. Am 28. September wird es diesen Kampf in einem exklusiven Ambiente geben. Zudem soll es noch einen weiteren Event „Marke Lintow“ geben. Was kannst du uns darüber verraten?
Jupp. Stiefen Prinzing, welcher mich schon in meiner aktiven Laufbahn durch sein Sponsoring unterstützt hat und auch meine Schüler unterstützt, wenn sie das Potenzial haben, an die Weltspitze zu kommen, hat mich seit jeher bei den Veranstaltungen unterstützt, damit diese auch stattfinden konnten. Dass sich Kämpfer zeigen und Titel auch mal zu Hause ausgekämpft werden können. Stiefen stellt uns sein Firmengelände zur Verfügung und so wird es eine VIP-Gala sein, ausschliesslich mit Tischen, die sich um den Ring herum befinden. Max. 200 Personen – mehr ein privater Rahmen mit Essen & Getränke inklusive.

Damals habe ich dort meinen Abschiedskampf gemacht und auch Johannes Wolf hatte damals einen Weltmeisterschaftskampf bestreiten können. Es war ein Top-Event. Damals sind wir davon abgekommen, da viele die Kämpfe nicht sehen konnten. Zu teuer, zu wenige Karten. Heute ist das anders, jeder will die Kämpfe haben, aber keiner will mehr hingehen, weil die Katze krank ist oder der Vogel einen zu großen Wurm gefressen hat. Der Terminkalender ist voll für uns. Am 14./15. September wird es eine Open-Air Veranstaltung in Erkner (nahe Berlin) geben. Dort feiert unser zweites Studio sein einjährihes Bestehen – mit Open Air-Fights, Konzert und Party. Am 28. September dann die VIP-Veranstaltung in Reichertshofen, wo Jan Szjako sich den nächsten WM-Gürtel sichern will. Darüber hinaus planen wir für Anfang November, der Termin steht noch nicht genau fest, eine Veranstaltung in Berlin, auf der Jan dann seinen WM-Titel der ISKA verteidigen wird.


An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an fight24 – macht weiter so!

 

Das machen wir, versprochen! Jens, vielen Dank für Deine Zeit und gutes Gelingen für Deine zahlreichen Vorhaben!


TeilenZurück zur News-ÜbersichtZurück zur Videoauswahl

Wir verwenden Cookies. Mit Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden. Weitere Hinweise findest du unter Datenschutz.

OK